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Tagungsbericht 2013

Dresdner Verpackungstagung zeigt Wege und Lösungen

Technische Produkte und FMCG - Lerneffekte und Impulse. Unter diesem Motto hatte das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) am 05. und 06. Dezember zum traditionellen Branchen- und Netzwerktreffen in die vorweihnachtliche Elbmetropole eingeladen. Im Fokus der gut besuchten Tagung standen Entwicklungen im Bereich vernetzter Fabriken und smarter Objekte, Verpackungsprozesse und Maschinen der nächsten Generation, E-Commerce und Logistik, Reinraum und Lebensmittelsicherheit.

Bestens gefüllt zeigte sich der Tagungssaal in der Dresdner Dreikönigskirche beim Start der 23. Verpackungstagung. Den rund 140 Experten aus Industrie, Markenartiklern, Forschung und Lehre bot sich rund um 13 Fachvorträge und einem abendlichen Netzwerktreffen viel Raum für Erfahrungsaustausch und Blicke über den Tellerrand. Neue Kontakte ergaben sich auch für rund 30 Studierende aus verpackungsrelevanten Studiengängen, denen das dvi die Tagungsteilnahme ermöglicht hatte. Ein Service, der nach Aussage von dvi-Geschäftsführer Winfried Batzke nicht zuletzt Dank des Engagements der Tagungssponsoren Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen GmbH und Bosch Rexroth AG ermöglicht werden kann.

Die nächste Dresdner Verpackungstagung findet am 4. und 5. Dezember 2014 statt.

Impressionen der Tagung

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Fachvorträge in chronologischer Abfolge

Industrie 4.0 - Hype, Vision oder Chance?

Mit einem spannenden und viel beachteten Einblick in die aufscheinende, vierte industrielle Revolution rund um vernetzte Fabriken, smarte Maschinen und dem Internet der Dinge und Dienste eröffnete Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Majschak die 23. Dresdner Verpackungstagung. Ausgehend vom Wunsch des Menschen nach Individualität und den Entwicklungen im Bereich individueller Produkt warf der Experte für Verarbeitungsmaschinen, Verpackungs- und Verarbeitungstechnik einen detailreichen Blick auf Treiber, „Enabler“, Szenarien, Möglichkeiten und Herausforderungen einer Industrie 4.0. Dabei thematisierte Majschak auch die Entwicklung im Bereich des 3D-Drucks: „Dass da Unglaubliches auf uns zu kommt wie 3-D-Druck ganzer Häuser oder gedruckte Steaks und Konfekt, hat sich inzwischen herumgesprochen.“ Die Palette der „verdruckbaren“ Materialien, seien es Metalle oder Kunststoffe, wachse stetig, ebenso wie die erreichbaren Genauigkeiten und Oberflächenqualitäten. „Das gedruckte Kugellager ist keine Utopie mehr.“ (…) Bevor man aber darüber nachdenke, wie man das Steak gleich in die Verpackung drucken könne oder mit dieser gemeinsam, „gibt es durchaus Anlass zu Wissens- und Erfahrungsaustauch“.

In Bezug auf die Verpackung stellte der Inhaber einer Professur an der TU Dresden fest, dass sie gerade im Hinblick auf Individualisierung eine Schlüsselrolle übernehme, auch wenn sie in der Öffentlichkeit - zu Unrecht - nicht als Hightech angesehen werde.

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Innovative Verpackungsprozesse der Zukunft.

Ralf Schubert, Geschäftsführer der Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen GmbH, legte in seinem Vortrag dar, welchen Anforderungen sich die Verpackungsmaschinen der Zukunft stellen müssen. Überzeugend stellte Schubert die Vorteile flexibler Maschinen in diesem Zusammenhang dar. Im Fokus stand dabei das innovative Transmodul als flexibles Transportsystem für Produkt und Verpackung. Zu seinen Eigenschaften zählt Schubert die Formatvielfalt durch vollautomatischen Formatwechsel, die Möglichkeit zur Realisierung zukünftiger Formate, Leistungserhöhung, optimale Reaktionsmöglichkeit auf unerwartete Ereignisse, Fehlerbehebung durch den Bediener bei laufendem Betrieb, vollautomatischen Werkzeugwechsel und kurze Umstellzeiten. Argumente für den Einsatz des Transmoduls fand Schubert auch im Hinblick auf die fortschreitende Entwicklung hin zur Integration aller Verpackungsfunktionen in einer Maschine (Palettieren, Abfüllen, Tiefziehen, Siegeln, Stanzen, Etikettieren, Integration von Partnerkomponenten wie Waagen, Schlauchbeutelmaschinen usw.). Die Vorteile: „Geringere Fehlerquellen, geringerer Aufwand z.B. zum Reinigen, rund 30% geringerer Platzbedarf, Integrationskosten von deutlich weniger als den üblichen 20-25% des gesamten Prozesses und eine Effizienz von 95% und mehr.“

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Automatisierung von Verpackungsmaschinen 5.0.

Steffen Winkler, Bereichsleiter Vertrieb und Branchenmanagement Druck- und Verpackungsmaschinen bei der Bosch Rexroth AG, nahm die Fäden seiner Vorredner auf und erweiterte das Spektrum mit Blick auf die Automatisierung von Verpackungsmaschinen. Ausgehend von einer sehr anschaulichen Darstellung der Evolution der Automatisierung von Verpackungsmaschinen über 4 Generationen bis zum heutigen Tag, benannte Winkler eine Reihe einschneidender, aktueller technischer Innovationen. Diese „heben die Automatisierung von Verpackungsmaschinen auf eine neue Entwicklungsstufe und ermöglichen eine völlig neue Dimension in der Entwicklung und Anwendung von Verpackungsmaschinen“. Dazu gehören neue Multitouch-Bedienkonzepte, die von Smart Devices bekannten Anwendungsphilosophien in die Maschinenwelt bringen und die Bedienung einfacher und intuitiver machen. Ein weiterer Punkt ist für Winkler das Open Core Engineering, über das die IT- und Automatisierungswelt mehr und mehr verschmelze. Es ermöglicht z.B. die freie Wahl der Programmiersprache bei vollem Zugriff auf alle Funktionen der Steuerung und die Einbindung von Smart Devices aller Plattformen.

Die Verpackungsmaschinen der 5.Generation charakterisierte Winkler über die Attribute adaptiv, einfacher, effizienter, schaltschranklos und Industrie 4.0 ready. Im Hinblick auf das Thema Industrie 4.0 stellte Steffen Winkler abschließend fest: „Bevor wir über Smart Factory und Smart Production reden, müssen wir über Smart Machines reden.“

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Lebensmittelkonforme Kunststoffe im Maschinenbau.

Ralf Schmitt-Kling, Branchenmanager Lebensmittelindustrie der Murtfeld Kunststoffe GmbH & Co. KG gab in seinem Vortrag einen Überblick unterschiedlicher Werkstoffe, deren Eigenschaften durch verschiedenste Additive gesteuert werden können; so z.B. elektrische Eigenschaften, Mikrobenwachstum, UV- und Wärmestabilität, Gleiteigenschaften, Verschleiß und Detektierbarkeit. In der Folge zeigte Schmitt-Kling, wie Kunststoffpartikel im Lebensmittel erkannt werden können. Neben dem Einsatz von Metalldetektoren gehe der Trend zum Einsatz weiterer Detektionsverfahren wie z.B. dem Röntgen, über das auch Materialien wie Holz oder kleinste Größen erkannt werden sollen. An seine Grenzen stößt diese Methode jedoch, wo die Dichte des Fremdstoffes und die des Lebensmittels zu ähnlich sind. Den Abschluss des Vortrags bildeten Informationen und Beispielen einer korrekten Konformitätserklärung.

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Verpacken technischer Produkte im Reinraum. Anforderungen und Lösungen.

Bernd Ströbele, Verkaufsingenieur International der Schilling Engineering GmbH, bot den Teilnehmern der Dresdner Verpackungstagung einen branchenrelevanten Exkurs in Praxis und Erfahrungen aus anderen Branchen. Letztlich, so Ströbele, „müssen Produkte, die unter hohem Aufwand im Reinraum hergestellt werden, danach auch verpackt und transportiert werden, ohne dass die „reine“ Qualität beeinträchtigt wird“. Fundiert informierte Ströbele so über Sauberkeitsanforderungen im Bereich Automotive und Klassifizierungen von Reinräumen, bot eine kleine Partikelkunde, sprach über den Einfluss der Verpackung auf das „reine“ Produkt, zeigte Lösungsansätze durch Reinraumsysteme und präsentierte eine ganze Reihe von interessanten Anwendungsbeispielen aus der Praxis.

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Vom Laminat zur Kosmetik, neue Technologieprozesse in der Welt der Tuben.

Beat Rupp, Managing Director der PackSys Global Switzerland Ltd. und Matthias H. Lütkemeier, Geschäftsführer der ESSEL Deutschland GmbH & Co. KG gaben in ihrem Vortrag eine informative Übersicht zur Evolution der Tube in den letzten 165 Jahren. Sie legten Kernmärkte sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Tubenarten dar, schilderten Möglichkeiten in Bezug auf Funktion und Design, zeigten Trends und Anforderungen im Bereich der Kosmetiktube und thematisierten die Herausforderungen aus der Sicht der Maschinenbauer bzw. Systemanbieter. Als Herausforderung (und entsprechenden Lösungsansatz) benannte Lütkemeier u.a. den Kostendruck (Segmentierung von Produkten, applikationsorientiertes Leistungsportfolio), kleine Losgrößen und Personalisierung (Schnellwechsel von typ. 10 min., vertikale Integration, Standards, Inline-Dekoration bzw. Digitaldruck) sowie Komplexität (Rezepte für Repetierbarkeit, Parametrierung, Stellantriebe, Sensorik, closed-loop Regelung).

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Verpackung im Spannungsfeld des E-Commerce.

Dr. Volker Lange, Ressortleiter Verpackungs- und Handelslogistik, AutoID- und RFID-Systeme beim Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, skizzierte in seinem hochinformativen Vortrag die neuen Entwicklungen im Bereich E-Commerce und deren Auswirkungen auf Logistik, Handel und nicht zuletzt Verpackungen. Lange benannte Trends, die als Treiber der Veränderungen wirken, wie z.B. Individualität, wo der Zielkonflikt zu aktuellen, logistischen Standards gelöst werden müsse. Bei der Digitalisierung liege die Herausforderung im Beherrschen einer zunehmenden Komplexität. Darüber hinaus führt sie zu einem strukturellen Wandel im Informations- und Kommunikationsverhalten der Konsumenten.

Lange zeigte, wie der E-Commerce logistische Strukturen verändert und die Handelslogistik revolutioniert. Stichworte sind hier z.B. die Bedeutung der letzten Meile, Drive-In Konzepte oder Croudsourcing in der Paketzustellung.

Als Herausforderungen für E-Commerce Handel nennt Lange Faktoren wie kleine Sendungsgrößen (Atomisierung) mit meist geringem Warenwert, kurze Lieferlaufzeiten und enge Zeitfenster, individuelle Zustellorte und -zeiten, Aufkommensschwankungen, unterbrechungsfreie Kühlkette bei Lebensmitteln, ein hoher Retourenanteil und angepasste Verpackungskonzepte.

In der Verpackung sieht Lange einen Erfolgsfaktor für E-Commerce und Online-Logistik. Die Versandverpackung wandelt sich dabei zum Imageträger des Versenders und entwickelt sich entsprechend weiter, z.B. in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte, frustrationsfreies Auspacken und der Vermittlung einer hoher Wertigkeit. Daneben führten optimierte Verpackungen in Verbindung mit Verpackungskonzepten wie „repac“ (Revolutionäre Optimierung von Verpackungsspektren) zu deutlichen Einsparpotentialen bei Kartonmaterial (5-10%), Transporte (8-12%), Füllmaterial (10-15%) und versendete Pakete (8-10%).

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Displays im Wandel - Packline Engineering.

Stefan Eller, Key Account Manager und Werner Allmang, Kundenberater Abpacktechnik bei DS Smith Packaging stellten in ihrem Vortrag die Entwicklung der neuen Displaygeneration für Ritter Sport 100g und 250g Tafelschokoladen vor. Das 2013 mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnete Display erfordert deutliche weniger Verpackungsmaterialien und Druckfarbe und ermöglicht darüber hinaus eine verringerte Komplexität bei der Konfektionierung. Durch einen erhöhten Automatisierungsrad in der Fertigung des Displays wurde der Output gegenüber dem Vorgänger um bis zu um 50 % gesteigert. Ohne die Verwendung eines zusätzlichen Nachschubsystems liegt dem Verbraucher allein durch Nutzung der Schwerkraft immer Ware bereit

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Herausforderungen an das Verpacken technischer Produkte.

Albert Schelling, Leiter Verpackungsentwicklung bei der Scintilla AG, Bosch Powertools, zeigte in seinem Vortrag Aspekte von hoher Bedeutung für das Verpacken technischer Produkte am Beispiel der Bosch Powertools. Zur Sprache kamen dabei z.B. der Fokus auf Kundenbedürfnisse (Verwendung von Piktogrammen, Blick auf das verpackte Produkt, Erkennbarkeit etc.), Produktionsverfahren (z.B. verbesserte Faltungen, weniger Komplexität) oder Aspekte des Handels (Euro-Loch, Shop-in-Shop Systeme usw.).

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Auswertung klimatischer Einflüsse auf die Verpackung beim Überseetransport im Container.

In der vorgestellten Diplomarbeit aus dem Bereich Verkehrsingenieurwesen informierte Dmitri Kulitzscher zu Beginn über den aktuellen Kenntnisstand zu klimatischen Transportbelastungen. Der inzwischen als Teamleiter Zollabfertigung bei SANARA Internationale Zolldienste GmbH arbeitende Kulitzscher zeigte im weiteren Verlauf die Bedeutung klimatischer Transportbelastungen auf und präsentierte die Ergebnisse seine Untersuchung zum Einfluss auf die Verpackung, die in unterschiedlichen Szenarien starken Belastungen ausgesetzt ist.

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Lieferantenqualifizierung bzw. Optimierung Inboundverpackungen am Beispiel von Kundenprojekten.

Michael Bodemer, Mitglied der Geschäftsleitung bei der THIMM Consulting GmbH + Co. KG, wies in seinem Vortrag auf die Bedeutung der Inboundverpackung hin. Über anschauliche Beispiele aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern zeigte er, dass eine optimierte Warenlieferung einer der wichtigen Faktoren für effiziente Produktions- und Logistikprozesse ist. Die Basis bilden für Bodemer dokumentierte Anforderungen für Verpackung und Logistik und die daraus abgeleiteten zukunftsfähigen Verpackungskonzepte. Eine durchgängige und regelmäßige Lieferantenqualifizierung gewährleistet dabei eine schnelle und durchgängige Umsetzung in allen Bereichen.

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Transport und Logistikverpackungen für alle Fälle.

Markus Linke, Leiter Projektmanagement bei DB SCHENKER europac, legte zum Start seines Vortrags die allgemeinen Funktionen einer Verpackung dar, von denen er die Transport- und Schutzfunktion weiter ausführte. An Beispielen aus der Praxis führte er unterschiedliche Gefahrenquellen beim Transport vor und zeigte die Folgen bei mangelhaftem Schutz durch die Verpackung. Linke präsentierte im Anschluss Sonderlösungen von DB Schenker europac. Dazu gehören Verpackungen für die Solarbranche, die von Langgut über Dünnschichtmodule bis hin zu Masterkits unterschiedlichsten Packgütern entsprechen müssen.

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Sauber und trocken – Palettenreinigung als wichtiges Glied in der Logistikkette.

Walter Ahn, Geschäftsführer der WASTO-PAC GmbH, führte die Teilnehmer der Tagung auf ein bislang wenig beachtetes Feld des Top-Themas Lebensmittelsicherheit. Für Ahn ist klar, dass die Anforderungen an die Palettenreinigung gerade im Bereich der Lebensmittel weiter steigen werden. Dabei gehe es um die Sicherstellung gleichbleibender Qualität, Werterhaltung und Langlebigkeit, Aufnahme in Zertifizierungen und Audits, stetig steigende Kunden-Anforderungen und nicht zuletzt auch um das Image. Ahn informierte über HACCP zur Identifizierung, Bewertung und Beherrschung von Gefahren, CCP als den Punkt eines Prozesses, bis zu dem eine Gefährdung durch Einflussnahme noch verhindert werden kann und erklärte unterschiedliche Reinigungsarten. Ahn thematisierte darüber hinaus Faktoren, die es bei der Auswahl und Anschaffung von Paletten zu beachten gilt und nannte typische Fehlerquellen, die sich z.B. durch Interessenskonflikte unterschiedlicher Kostenstellen ergeben (Kosten für die Anschaffung vs. Folgekosten wie Reparatur und Reinigung). In Bezug auf die Reinigung zeigte Ahn Vor- und Nachteile einer eigenen Reinigungsanlage im Vergleich zur Reinigung durch spezielle Dienstleister.

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