
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Politik und die Verpackungsindustrie scharf attackiert. Noch immer seien Lebensmittel in Kartonverpackungen mit Chemikalien kontaminiert. Lebensmittelüberwachungsämter haben in den vergangenen Jahren mindestens 12 unterschiedliche Druckchemikalien in verpackten Lebensmitteln gefunden. Dabei ist derzeit der Einsatz von Druckfarben für Lebensmittelkontaktmaterialien in Deutschland weder gesetzlich noch durch Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) geregelt.
Das dvi (Deutsches Verpackungsinstitut) hat das Ziel, Ihre Fragen zum Thema Verpackung und Migration auf der Dresdner Verpackungstagung (01. und 02.12.2011) von Experten beantworten zu lassen bzw. im Anschluss der Verpackungstagung die Antworten online zu veröffentlichen.
Wir beantworten gerne Ihre Fragen zum Thema Verpackung und Migration.
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Wird es in absehbarer Zukunft eine Möglichkeit geben, starre Kunststoffe zu bedrucken, die dann für den Lebensmitteldirektkontakt zugelassen sein werden (z.B. als Infoschildchen bei unverpackten Lebensmitteln in der Verkaufstheke)?
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Diese Möglichkeit gibt es meines Wissens nach bereits. Habe ich als Verbraucher bereits in der Kühltheke gesehen
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH) -
Darf man PVC Farben bei Verpackung für Lebensmittel einsetzen? - Die bedruckte Seite ist nicht die Lebensmittelkontaktseite.
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Ja, sterilisationsfähige Druckfarben sind in der Regal auf PVC Basis
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH) -
Gibt es eine Empfehlung, z.B. zum Klebertyp und Kaschierungsverfahren, so dass solche Erscheinungen " Delamination" gemieden werden könnte?
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Nein, diese Empfehlung gibt es frei verfügbar nicht. Um Delaminationen zu vermeiden, muss der Verbund einschließlich Klebstoff auf das Füllgut abgestimmt sein. Wenden Sie sich bitte an Ihren Klebstofflieferanten.
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH) -
Inwieweit tragen die Kleber oder Haftvermittler im Verbund bei einer Migration zur Delamination des Verbundes bei?
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In der Regel sind es Lebensmittelbestandteile die aus dem Lebensmittel in den Packstoffverbund Migrieren und die Haftung des Klebstoffs an der Grenzfläche zur Folie stören und zur Delamination führen.
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH) -
Welche Grenzwerte gelten in der EU für Stoffe die aus Papier/ Kartonverpackungen auf Lebensmittel migrieren?
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Siehe Empfehlung XXXVI des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) - www.bfr.bund.de/de/start.html
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH) -
Gibt es für die Bestimmung von MOSH und MOAH eine anerkannte Methode und Grenzwerte?
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Diese Frage wurde ausführlich im Rahmen der DVT diskutiert. Als anerkannte Methode gilt die von Koni Grob publizierte Methode. Des Weiteren gibt es von unterschiedlichen Laboratorien entwickelte Abwandlungen davon. Das BfR hat als nationales Referenzlabor die Aufgabe die wissenschaftlich anerkannten Methoden auszuarbeiten.
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH)
Frage gestellt von: Monika Klama -
Welche Angaben vom Lieferanten benötige ich, um selbstständig die Worst-Case Berchnungen für einen Migranten aus einer Kunststoffdose durchzuführen?
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Oberfläche und Volumen des Packstoffs. Schichtaufbau des Packstoffs mit Dicke und Dichte jeder Schicht. Konzentration des Migranten in den einzelnen Schichten. Menge des Lebensmittels.
Beantwortet von: Rainer Brandsch
(Geschäftsführer, MDCTec Systems GmbH) -
Mir wurde mitgeteilt, dass ich eine sogenannte Migrationsprüfung für meine Produkte benötige ! Was benötigen Sie für Informationen von mir, dass Sie die Prüfungen durchführen können?
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Prinzipiell unterscheidet man bei der Migrationsprüfung zwei Arten: Gesamtmigration (beschreibt die Inertheit der Verpackung gegenüber dem Lebensmittel) und eine spezifische Migrationsprüfung (hierbei wird gezielt nach bestimmten Substanzen analysiert, welche von der Europäischen Union toxikologisch gesehen strenger beurteilt wurden).
Für beide Prüfungen benötigen wir von Ihrer Seite: Art der Migrationsprüfung, Beschreibung der Füllgüter (in Ihrem Fall ungeschältes Obst), Kontaktszenarien (Lagerdauer und -bedingung), Beschreibung der eingesetzten Verpackungsmaterialien und, falls vorhanden eine Konformitätserklärung (ansonsten sind wir Ihnen gerne behilflich, diese verbindliche Erklärung zu erstellen).
Sobald wir diese Informationen und das Prüfmuster vorliegen haben, können wir mit den Prüfungen beginnen.
Beantwortet von: DI Dr. techn. Johannnes Bergmair
(Fachbereichsleiter Life Sciences, ofi Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik) -
In welchen gesetzlichen Regelwerken sind diese Migrationsanforderungen bzw. Migrationsprüfungen enthalten?
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Für Kunststoffe gilt seit 1.5.2011 die Verordnung (EU) 10/2011 i.d.g.F. Das neue Regelwerk ist im Vergleich zu den älteren Richtlinien detaillierter und enthält zum Teil neue Vorgaben (neue Lebensmittelsimulanzien). Ab dem 1.1.2016 gelten nur noch die geänderten Prüfbedingungen und Lebensmittelsimulanzien.
Beantwortet von: DI Dr. techn. Johannnes Bergmair
(Fachbereichsleiter Life Sciences, ofi Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik) -
Da wir ausschließlich Äpfel und Birnen liefern und ich gehört habe, dass es sogenannte Simulanzlösemittel gibt, wüsste ich gern, welche Simulanz ich für meine Lebensmittelgruppe benötige und wo ich diese Auswahl der Simulanzien finde?
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Sie finden die entsprechenden Informationen unter Anhang III der Verordnung (EU) 10/2011. Sollten Sie ganze Früchte (frisch, gekühlt, ungeschält) abpacken, dann benötigen Sie keine Migrationsprüfung. Falls Ihre Produkte verarbeitet sein sollten (z. B. für Trockenfrüchte) benötigen Sie die Lebensmittelsimulanz Tenax. Dann müssten Sie entsprechende Migrationsprüfungen durchführen. Nichts desto trotz empfehlen wir Ihnen, sich im Rahmen des Qualitäts- und Risikomanagements, orientierend, eine Gesamtmigrationsprüfung durchführen zu lassen, damit Sie beim nächsten Audit keinen Argumentationsnotstand haben!
Beantwortet von: DI Dr. techn. Johannnes Bergmair
(Fachbereichsleiter Life Sciences, ofi Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik)




