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Dresdner Verpackungsinnovationen haben eine lange Tradition.

Die Dresdner Verpackungstagung ist eine Initiative aus der direkten Nachwendezeit des Jahres 1990. Ihre Entwicklung und ihre Themen spiegeln die Entwicklung und Themen des Landes. Dresden selbst ist dabei schon viel länger ein fruchtbarer Boden für Verpackungsinnovationen.

Es war in der Elbmetropole, wo 1929 der Teebeutel von einem Mitarbeiter der Firma Teekanne in seiner heutigen Form erfunden wurde. Der Aufgussbeutel aus geschmacksneutralem Spezialpergamentpapier eroberte von Dresden aus die Welt, ermöglicht auch durch eine eigens entwickelte Teebeutel-Verpackungsmaschine.

Auch die Zahnpastatube kommt aus Dresden. Ottomar Heinsius von Mayenburg, Schlossherr von Eckberg, stellte seine Innovation anfangs per Hand im Dachgeschoss der Löwenapotheke in der Wilsdruffer Straße her.

Ebenso ist das Mundhygienewasser Odol mit seiner markanten Flasche ein Dresdner Kind. Ihr Erfindet, der Selfmademan und talentierte Unternehmer Karl August Lingner, brachte Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur ein antiseptisches wirkendes Mundwasser heraus, das auf neuesten medizinische Erkenntnissen basierte, er verhalf auch der aufkeimenden Idee des „Markenartikels“ zum Durchbruch. Entscheidend für seinen Erfolg war nicht zuletzt die Verpackung für sein Mundwasser. Die Odol-Flasche zählt noch heute zu den bedeutendsten Design-Schöpfungen der Markenwelt.

August Lingner war übrigens auch selbst „Veranstalter“. 1911 öffnete die von ihm organisierte 1. Internationalen Hygiene-Ausstellung ihre Pforten. Die bedeutendsten Wissenschaftler ihrer Zeit nahmen teil und lockten die für damalige Verhältnisse unglaubliche Zahl von 5.2 Millionen Besuchern an.

Im Vergleich zu diesem rauschenden Event wirkte die 1. Dresdner Verpackungstagung im Jahr 1991 sicher recht bescheiden. Mit ihrem Thema Der Beitrag der Verpackungstechnik zum Umweltschutz hatte sie jedoch von Anfang an ihren Finger am Puls der Zeit.

Es war Prof. Dr.-Ing. Gerhard Großmann, der als Leiter des Lehrstuhls und Instituts für Materialflusstechnik und Logistik an der TU Dresden mit seiner Wissenschaftlichen Gesellschaft für Fördertechnik und Verpackung e.V. die Herausforderungen und Möglichkeiten der Nachwendezeit aktiv mitgestalten wollte. Er hatte erkannt, dass es überlebenswichtig war, die Ost-Produkte im Handel listenfähig zu machen, was bedeutet, dass sie nicht nur hergestellt, sondern auch in den Regalen erscheinen sollten. Um das zu erreichen, musste man Verpackung viel wichtiger nehmen, als das bisher üblich gewesen war.

Zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik waren Verpackungen häufig grau, weil sie aus Recyclingmaterial bestanden. Dazu hatten sie oft einen eher behelfsmäßigen Charakter. Auf einigen Verpackungen stand sogar ausdrücklich Behelfsverpackung, ohne dass es jemals eine andere gegeben hätte. In der hereinbrechenden Marktwirtschaft dagegen sollten Verpackungen aus weißem Material bestehen, mit farbigen Aufdrucken und möglichst glänzend. In der alten Verpackung war mit keinem Produkt ein Geschäft zu machen. Die regionale Wirtschaft musste also umdenken, um zu überleben. Und sie musste flexibel bleiben. Denn schon kurz nach der Wiedervereinigung kam die Deutsche Verpackungsverordnung. Sie hatte zum Ziel, die Umweltbelastungen aus Verpackungsabfällen zu verringern und die Wiederverwendung oder Verwertung von Verpackungen zu fördern. Das Ergebnis der Verpackungsordnung war das sogenannte Duale System und der Grüne Punkt. Es ging also wieder zurück zum Recyclingmaterial und zur Ressourcenschonung. Ganz wie zu Ostzeiten, nur anders und neu.

Als 1996 aus der Sächsischen Verpackungstagung die Dresdner Verpackungstagung wurde, hatte sich die Veranstaltung bereits einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Mit dem Deutschen Verpackungsinstitut als neuem Veranstalter erfuhr die überregionale Beachtung einen weiteren Schub. Mit geschärftem Profil und erweiterten Inhalten ist die Verpackungstagung seitdem zu einem der wichtigsten Treffpunkte für Verpackungskompetenz geworden. Als Jahresendtreffen der Verpackungswirtschaft hat es sich in der vorweihnachtlichen Elbmetropole fest etabliert.

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